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TARMED

Am 1. Januar 2004 ist der Einzelleistungstarif TARMED (tarif médical) flächendeckend in der ganzen Schweiz eingeführt worden. TARMED löste die unterschiedlichen kantonalen Tarife sowie den Spitalleistungskatalog ab. Fast alle ambulanten Arzt- und Spitalrechnungen, die von den Krankenversicherern bezahlt werden, werden seither unter Anwendung des TARMED-Tarifs fakturiert.

curafutura arbeitet bei der strukturellen Erarbeitung, Anpassung und Pflege der ambulanten Tarifstruktur TARMED aktiv mit. Der Verband unterstützt seine Mitglieder mit Expertenmeinungen zum Tarif und mit verbandsinternen Gremien zur Tarifstruktur.

TARMED: Eingriff in die Tarifstruktur

Am 1. Oktober 2014 tritt die Verordnung über die Anpassung von Tarifstrukturen in der Krankenversicherung in Kraft. Die Unfallversicherer, die Invalidenversicherung und die Militärversicherung schliessen sich dieser Lösung an.

Ziel der Verordnung ist die finanzielle Besserstellung der Grundversorger, namentlich der Hausärztinnen und Kinderärzte in ihrer hausärztlichen Tätigkeit. Gleichzeitig sinkt die Entschädigung für technische Leistungen in bestimmten Spezialisten-Kapiteln des TARMED.

Gegen diese Verordnung sind von verschiedenen Organisationen Beschwerden eingereicht worden beim Bundesgericht und beim Bundesverwaltungsgericht.

Das «Ja, aber» der FMH

Die Ärztekammer der FMH knüpft ihr Ja zum neuen Arzttarif an Bedingungen, die für die Prämienzahlenden mittelfristig Mehrkosten von rund vier Milliarden Franken pro Jahr zur Folge hätten. Für curafutura eine unverständliche Forderung und für die Versicherten eine untragbare Bürde.

Am 28. April 2016 hat die Ärztekammer Stellung genommen zur Struktur des neuen Arzttarifs für ambulante medizinische Leistungen. Dabei bekennt sie sich zu «betriebswirtschaftlich» gerechneten Tarifen, was curafutura begrüsst. Gleichzeitig kommuniziert die FMH jedoch Bedingungen zur vorgeschlagenen Normierungsvereinbarung. Diese soll sicherstellen, dass der Übergang vom TARMED zum neuen Arzttarif «ats-tms Version 1.0» kostenneutral erfolgt. Konkret will nun die Ärztekammer der Normierung nur zustimmen, wenn der Effekt der Normierung mittelfristig korrigiert wird. Berechnet auf das jährlich verrechnete Volumen ambulanter medizinischer Leistungen von 11 Milliarden Franken hätte dies Mehrkosten von 37 Prozent, also rund 4 Milliarden Franken pro Jahr zur Folge. Die Ärzteschaft wird in den kommenden Wochen in einer Urabstimmung über die Beschlüsse der Ärztekammer befinden.

Besorgnis über verlangte Einkommenssteigerung

curafutura nimmt diesen Entscheid mit Besorgnis zur Kenntnis. Die vorgeschlagene Lösung widerspricht dem geltenden Recht, wonach der Wechsel zu einer neuen Tarifstruktur kostenneutral zu erfolgen hat. Zudem liegt eine so massive Einkommens- und Kostensteigerung politisch quer in der Landschaft. Dazu curafutura-Direktor Pius Zängerle: «Die Prämien der Krankenversicherung sind für viele Familien schon heute kaum mehr tragbar. Die von der Ärzteschaft geforderten zusätzlichen vier Milliarden sind ein Ansinnen, das curafutura als Vertreterin von vier Millionen Versicherten nicht akzeptieren kann».

curafutura bietet weiterhin Hand

curafutura ruft die FMH dazu auf, ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen und die wirtschaftliche Lage der Schweiz auf dem Boden der Realität zu betrachten. Sie fordert zudem die Tarifpartner dazu auf, sich jetzt zu einer sachgerechten neuen Tarifstruktur zu bekennen, welche den untauglichen TARMED ablöst. Der neue Arzttarif soll aber den rechtlichen Vorgaben entsprechen und keine Mehrkosten verursachen. curafutura ist weiterhin bereit, in diesem Prozess konstruktiv mitzuwirken.

Kontakt für Medienschaffende:

Pius Zängerle, Direktor
Telefon: 031 310 01 84; Mobile: 079 653 12 60; pius.zaengerle@curafutura.ch

 

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