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Neue Einteilung der Prämienregionen: Eine willkürliche Reform

curafutura lehnt die vorgeschlagene neue Einteilung der Prämienregionen per 1. Januar 2018 entschieden ab. Anstatt die regionalen Kostenunterschiede transparent zu machen, führt der Vorschlag des EDI zu einer Nivellierung der Prämien zwischen Land- und Stadtbevölkerung. Die Folge: Die ländliche Bevölkerung muss unberechtigt die städtische Bevölkerung quersubventionieren. curafutura fordert die Beibehaltung der aktuellen Prämienregionen und lehnt die unnötige und bürokratische Übung ab.

Das Ziel von unterschiedlichen Prämienregionen ist es, dass ein regional kostenbewussteres Verhalten auch zu regional tieferen Prämien führt. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) ist für die Festlegung der Prämienregionen und der maximal zulässigen Prämienunterschiede zwischen den Regionen zuständig. Diese Prämienunterschiede müssen gemäss Gesetzgebung auf entsprechenden Kostenunterschieden beruhen. Wenn eine Neueinteilung der Prämienregionen erfolgen soll, erfordert dies zwingend eine Methodik, die bessere Aussagen über regionale Kostenunterschiede als die bisherige ermöglicht. Dies ist jedoch nicht der Fall. Dazu curafutura-Direktor Pius Zängerle:

«curafutura anerkennt die Notwendigkeit einer regelmässigen Überprüfung der Prämienregionen. Die neue Methodik beruht jedoch auf willkürlichen Grundlagen, weil sie auf die Verwaltungsbezirke als kleinste Einheit abstützt. Die Kostenunterschiede innerhalb von Bezirken können jedoch immens sein. Der Vorschlag des EDI führt deshalb zu einer Nivellierung der Prämien, anstatt den unterschiedlichen regionalen Gesundheitskosten Rechnung zu tragen. Aus Sicht von curafutura ist diese neue Einteilung mit dem KVG nicht vereinbar».

Das Beispiel vom Kanton Bern 

Von den Kantonen mit heute drei Prämienregionen werden vier (BE, GR, LU und SG) nur noch zwei Regionen zählen. Die neue Einteilung der Prämienregionen führt jedoch auch in vielen anderen Kantonen zu Prämiensprüngen in den einzelnen Gemeinden. Versicherte in ländlichen Gemeinden müssen mit teils massiven Prämienerhöhungen rechnen, obwohl die Gesundheitskosten dies nicht rechtfertigen, wie das folgende Beispiel aus dem Kanton Bern exemplarisch aufzeigt.

Die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Trub befinden sich aktuell in der tiefsten Prämienregion und leben gemäss dem Bundesamte für Statistik (BFS) in einer «agrarischen Gemeinde». Neu werden die Versicherten dieser Gemeinde in die höhere der zwei verbleibenden Prämienregion eingeteilt. Dies bedeutet, dass sie in Zukunft gleich hohe Prämien zahlen müssen wie die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Bern. Die durchschnittlichen Gesundheitskosten unterscheiden sich aber enorm: Die Gesundheitskosten pro versicherte Person in der Stadt Bern belaufen sich im Jahr 2015 auf 4’001 Franken. In Trub sind diese mit 2'787 Franken 30% tiefer. Dieses Beispiel zeigt, dass die Prämienregionen inskünftig keinen relevanten Bezug zu den verursachten Gesundheitskosten mehr hätten.

Überstrapazierte Solidarität 

Unter dem Deckmantel der Vereinfachung der Krankenversicherung führt die neue Einteilung der Prämienregionen zu einer erheblichen und nicht begründbaren Umverteilung unter den Versicherten. «curafutura setzt sich für die Bildung von Prämienregionen auf der Basis von ausgewiesenen Kostenunterschieden ein. Die neue Methodik des EDI ist hierfür ungeeignet und führt zu einer ungerechtfertigten Umverteilung von günstigeren zu teureren Regionen», betont Pius Zängerle, Direktor von curafutura. 

Kontakt für Medienschaffende:

Pius Zängerle, Direktor
Telefon: 031 310 01 84; Mobile: 079 653 12 60; pius.zaengerle@curafutura.ch

Andrea Arcidiacono, Kommunikation
Telefon: 031 310 01 85; Mobile: 079 830 57 44; andrea.arcidiacono@curafutura.ch

 

 

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