Medikamentenpreise: curafutura bedauert den mutlosen Entscheid des Bundesrates

Zur Enttäuschung von curafutura hat der Bundesrat heute entschieden, an der bisherigen Praxis der dreijährigen Überprüfung der Medikamentenpreise festzuhalten. Die heutige Ungleichbehandlung von Firmen bzw. Arzneimitteln und die verspätete Reaktionsmöglichkeit auf Preissenkungen oder Wechselkursänderungen bleiben nach wie vor zulasten der Prämienzahlenden bestehen. curafutura erachtet ausserdem die jährliche Lieferung von detaillierten Patientendaten an das BAG bei der Vergütung von Medikamenten im Einzelfall als unverhältnismässig.

«Mit dem heutigen Entscheid über die Änderung der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV) und der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) hat der Bundesrat eine grosse Chance verpasst, griffige Instrumente zur Kosteneindämmung im Medikamentenbereich zu ergreifen,» betont Pius Zängerle, Direktor von curafutura. 

curafutura fordert weiterhin eine jährliche Überprüfung der Medikamentenpreise, welche durch den Einsatz innovativer Informatiklösungen machbar ist. Positiv wertet curafutura den Entscheid des Bundesrates, strengere Regeln für die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit der Medikamentenpreise einzuführen. Neben dem Auslandspreisvergleich wird auch der therapeutische Quervergleich in der Überprüfung der Aufnahmebedingungen berücksichtigt. curafutura bedauert, dass der therapeutische Quervergleich nur auf Arzneimittel und nicht auf die Kosten alternativer Behandlungen bezogen bleibt. 

Bei der Anpassung der Preisabschläge für Generika hat sich der Bundesrat für eine minimale Lösung entschieden. curafutura hatte höhere Preisabschläge verlangt. In diesem Bereich unterstützt curafutura den angekündigten Wechsel zu einem Festbetragssystem.

curafutura reagiert schliesslich mit Unverständnis auf den Entscheid des Bundesrates, bei den Vergütungen von Arzneimittelpreisen im Einzelfall (KVV Art. 71a/71b) auf die Einführung einer Schlichtungsstelle zu verzichten. Falls sich Hersteller und Versicherer nicht auf die Vergütung eines Arzneimittels einigen können, hätte eine Schlichtungsstelle eine günstige Möglichkeit geschaffen, den Medikamentenpreis festzulegen und somit den betroffenen Patienten den Zugang zu einer dringend erforderlichen und wichtigen Therapie sicherzustellen. 

Kontakt für Medienschaffende:

Pius Zängerle, Direktor
Telefon: 031 310 01 84; Mobile: 079 653 12 60; pius.zaengerle(at)curafutura.ch

Andrea Arcidiacono, Kommunikationsleiter
Telefon: 031 310 01 85; Mobile 079 830 57 44; andrea.arcidiacono(at)curafutura.ch

 

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15.08.2019

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Festsetzung des Einzelleistungstarifs in der ambulanten Physiotherapie durch den Bundesrat

Per 1. Januar 2018 hat der Bundesrat einen Einzelleistungstarif für die ambulante Physiotherapie festgesetzt.

Der Bundesrat sieht in der neu festgelegten Tarifstruktur weiterhin eine Übergangslösung. Es wurden einige Anpassungen in der Tarifstruktur im Sinne einer Klärung der Tarifpositionen vorgenommen. So wird beispielsweise in der neu verordneten Struktur im Detail umschrieben, wann die Einzelleistungspauschale für aufwändige Physiotherapie (7311) angewendet werden darf, oder dass die Sitzungspauschale für Hippotherapie (7313) auch die Leistung des Physiotherapeuten beinhaltet. Zudem wurde die Zuschlagsposition für Mittel und Gegenstände / Verbandmaterial gestrichen, die sich nach der Mittel- und Gegenstände-Liste (MiGeL) richtete. Die neu festgesetzte Tarifstruktur ist für alle Akteure, die im Einzelleistungstarif abrechnen, verbindlich.

Der Bundesrat ruft alle Tarifpartner dazu auf, die Verhandlungen für eine partnerschaftliche Lösung erneut aufzunehmen, um die Tarifautonomie zu gewährleisten.

Eingereichte Tarifstruktur von curafutura und H+

curafutura und H+ haben als Vertragspartner einen neuen Einzelleistungstarif ambulante Physiotherapie für den Bereich der obligatorischen Krankenpflegversicherung inklusive den Einführungsmodalitäten und den Prozessen zur periodischen Anpassung erarbeitet. Sie haben den Vertrag am 15. August 2016 dem Bundesrat zur Genehmigung eingereicht. Der Bundesrat ist bisher nicht auf diesen Antrag eingetreten.

Für Fragen steht Ihnen gerne unser Fachspezialist Adrian Schärli zur Verfügung: Adrian Schärli

Medikamentenpreise: curafutura bedauert den mutlosen Entscheid des Bundesrates

Zur Enttäuschung von curafutura hat der Bundesrat heute entschieden, an der bisherigen Praxis der dreijährigen Überprüfung der Medikamentenpreise festzuhalten. Die heutige Ungleichbehandlung von Firmen bzw. Arzneimitteln und die verspätete Reaktionsmöglichkeit auf Preissenkungen oder Wechselkursänderungen bleiben nach wie vor zulasten der Prämienzahlenden bestehen. curafutura erachtet ausserdem die jährliche Lieferung von detaillierten Patientendaten an das BAG bei der Vergütung von Medikamenten im Einzelfall als unverhältnismässig.

«Mit dem heutigen Entscheid über die Änderung der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV) und der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) hat der Bundesrat eine grosse Chance verpasst, griffige Instrumente zur Kosteneindämmung im Medikamentenbereich zu ergreifen,» betont Pius Zängerle, Direktor von curafutura. 

curafutura fordert weiterhin eine jährliche Überprüfung der Medikamentenpreise, welche durch den Einsatz innovativer Informatiklösungen machbar ist. Positiv wertet curafutura den Entscheid des Bundesrates, strengere Regeln für die Beurteilung der Wirtschaftlichkeit der Medikamentenpreise einzuführen. Neben dem Auslandspreisvergleich wird auch der therapeutische Quervergleich in der Überprüfung der Aufnahmebedingungen berücksichtigt. curafutura bedauert, dass der therapeutische Quervergleich nur auf Arzneimittel und nicht auf die Kosten alternativer Behandlungen bezogen bleibt. 

Bei der Anpassung der Preisabschläge für Generika hat sich der Bundesrat für eine minimale Lösung entschieden. curafutura hatte höhere Preisabschläge verlangt. In diesem Bereich unterstützt curafutura den angekündigten Wechsel zu einem Festbetragssystem.

curafutura reagiert schliesslich mit Unverständnis auf den Entscheid des Bundesrates, bei den Vergütungen von Arzneimittelpreisen im Einzelfall (KVV Art. 71a/71b) auf die Einführung einer Schlichtungsstelle zu verzichten. Falls sich Hersteller und Versicherer nicht auf die Vergütung eines Arzneimittels einigen können, hätte eine Schlichtungsstelle eine günstige Möglichkeit geschaffen, den Medikamentenpreis festzulegen und somit den betroffenen Patienten den Zugang zu einer dringend erforderlichen und wichtigen Therapie sicherzustellen. 

Kontakt für Medienschaffende:

Pius Zängerle, Direktor
Telefon: 031 310 01 84; Mobile: 079 653 12 60; pius.zaengerle(at)curafutura.ch

Andrea Arcidiacono, Kommunikationsleiter
Telefon: 031 310 01 85; Mobile 079 830 57 44; andrea.arcidiacono(at)curafutura.ch

 

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