Ambulant vor stationär AVOS

In der Schweiz werden mehr Eingriffe stationär durchgeführt als im Ausland, obwohl die ambulante Durchführung aus medizinischer Sicht oft angezeigt, patientengerecht wäre und dadurch weniger Ressourcen beansprucht würden. Zur Förderung der ambulanten Leistungserbringung hat das Eidgenössische Departement des Innern EDI daher eine Anpassung der Krankenpflege-Leistungsverordnung (Art. 3c und Anhang 1a KLV) beschlossen.

Seit dem 1. Januar 2019 gilt für sechs Gruppen von Eingriffen, dass sie grundsätzlich nur noch bei ambulanter Durchführung von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung vergütet werden, ausser es liegen besondere Umstände vor, die eine stationäre Durchführung erfordern. Zur Eingrenzung der «besonderen Umstände» dient eine Liste mit Ausnahmekriterien. Gleichzeitig haben mehrere Kantone von sich aus damit begonnen, Listen mit Eingriffen zu führen, die nach Möglichkeit ambulant durchzuführen sind.

curafutura hat über den Zeitraum 2015 bis 2019 eine Auswertung der Auswirkungen solcher Listen vorgenommen. Als Basis dienten dabei die Abrechnungsdaten ihrer Mitglieder Helsana, CSS und Sanitas. Das Fazit: Dort, wo es medizinisch sinnvoll, technisch machbar und auch günstiger ist, sollen Eingriffe ambulant durchgeführt werden. Allerdings führen Fehlanreize wie die unterschiedlichen Finanzierungssysteme im ambulanten und stationären Bereich und die veralteten Tarife im ambulanten Bereich (TARMED) zur eher schleppend voranschreitenden Verlagerung.

Hier geht es zur AVOS-Studie von curafutura.