Apothekentarif LOA V

Der Tarifvertrag «Leistungsorientierte Abgeltung (LOA)» regelt die Abgeltung der Apotheker-Leistungen im Zusammenhang mit der Abgabe von Medikamenten, die vom Arzt verschrieben, durch die Apothekerin überprüft und von der Grundversicherung bezahlt werden. 

Frühling 2020: Allianz reicht Apothekentarif beim Bund ein
curafutura, der Verband der innovativen Krankenversicherer und der Apothekenverband pharmaSuisse, haben im Frühjahr 2020 beim Bundesrat  einen neuen Apothekentarif eingereicht. Die neue Vergütung von Apotheken fördert die Generikaabgabe und wird die Gesundheitskosten insgesamt spürbar senken.

Entlastung des Gesundheitswesens
Das Vertragswerk zum Apothekentarif LOA V basiert auf einer detaillierten Studie der ZHAW sowie auf intensiven Verhandlungen zwischen Versicherern und dem Apothekenverband.

Neu werden die Lohnkosten des Apothekenteams zur Erbringung der pharmazeutischen Leistung vollständig aus der Vertriebsmarge herausgenommen. Diese Leistung wird Teil des Apothekentarifs. Unter dem Strich führt dies zur Entlastung des Gesundheitswesens: Während der Apothekentarif steigt, sinkt die Marge, die heute vor allem bei den teuren Medikamenten zu hoch ausfällt. Das Reformpaket senkt somit die Publikumspreise im hohen Segment und fördert die Generikaabgabe, was Einsparungen mit sich bringt.

Es handelt sich dabei um eine kostendämpfende Umverteilung im Sinne der Kostenwahrheit. Die Winterthurer Swica ist dem LOA-Vertrag bereits beigetreten, somit steht die Mehrheit der Schweizer Krankenversicher hinter dem neuen Apothentarif.

Schluss mit Quersubventionierung
Mit der Marge bei den Tiefpreismedikamenten konnten in der Vergangenheit die Kosten nicht gedeckt werden, sie mussten durch die teureren Medikamente quersubventioniert werden. Mit der Neuregelung werden die effektiven Logistikkosten der Medikamente abgegolten. Die günstigsten Medikamente werden sich dadurch preislich etwas nach oben bewegen. Dies hat den gewünschten Effekt, dass Patienten mit hochpreisigen Medikamenten nicht mehr durch die Quersubventionierung bestraft werden.

Die Patienten bezahlen in der Apotheke, wie beim Maler oder in der Autowerkstatt, das Produkt (z.B. Farbe oder Pneu) und die Fachleistung (z.B. Streichen der Wände oder Aufziehen der Pneus) separat. Erbrachte pharmazeutische Leistungen und Produkte werden nun auch im Rahmen der LOA V getrennt und transparent ausgewiesen. 

Aufgrund der Wichtigkeit des Themas sind curafutura und pharmaSuisse dabei, den neuen Tarif noch einmal zu schärfen. Mit dabei ist auch die FMH. Gemeinsam mit der FMH verhandelt curafutura derzeit eine analoge Medikamentenabgabe für Ärzte mit Patientenapotheke. Ziel ist es, beide Tarifprojekte demnächst beim Bund ein-, beziehungsweise nachzureichen.

Quelle pharmasuisse